Weltbild konzentriert sich auf 75 Filialen

Rund ein Jahr nach der Insolvenz herrscht beim Multichannel-Buchhändler Weltbild wieder Unruhe: Das Unternehmen will sein stationäres Geschäft auf derzeit rund 75 Filialen in Deutschland konzentrieren. Wie die Augsburger Buchhandelsgruppe am Freitag berichtete, mussten etwa 70 Filialen aufgrund zu hoher Struktur- und Mietkosten verkauft werden. Der Käufer der Filialen sei eine mittelständische Buchhandelskette aus Ahaus. Laut Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ handelt es sich dabei um die Buchhandlung Lesensart des Inhabers Rüdiger Wenk.

Mit dieser Konzentration will Weltbild den Schwerpunkt im laufenden Geschäftsjahr auf die Stärkung und konsequente Weiterentwicklung der bestehenden Buchhandelsfilialen legen. Zusätzlich sollen im kommenden Geschäftsjahr etwa zehn neue Filialen an interessanten Standorten eröffnet werden und in den Folgejahren jährlich etwa zehn weitere Filialen hinzukommen. Geplant ist, dass die Mitarbeiter, die von dem Verkauf betroffen sind, vom neuen Eigentümer im Rahmen eines Betriebsübergangs unter Fortführung ihrer bestehenden Arbeitsverträge übernommen werden.

„Mit diesem Schritt stellen wir eine Säule unseres Geschäfts – das Filialnetz – für die Zukunft neu auf. Weltbild legt damit eine solide Grundlage für eine nachhaltig erfolgreiche Entwicklung und macht den Weg frei für eine gesicherte Zukunft “, so Weltbild Geschäftsführer Patrick Hofmann. „Der Verkauf eines Teils der Filialen war unumgänglich, da sich unsere Erwartungen an die Entwicklung des Geschäfts an einigen Standorten aufgrund zu hoher Struktur- und Mietkosten nicht erfüllt haben.“

Die geplante Weiterentwicklung der Filialen und künftige Neueröffnungen sieht das Unternehmen als ein klares Bekenntnis zum Stationärgeschäft als Teil des Geschäftsmodells. „Wir sind künftig an guten Standorten vertreten und stehen damit betriebswirtschaftlich auf einem guten Fundament. Mit einer Reihe von Aktivitäten werden wir gemeinsam mit den Filialen die Attraktivität und das Kauferlebnis für unsere Kunden deutlich erhöhen und damit den Crosschannel-Gedanken stärken“, erläutert Hofmann.

So sollen die Alleinstellungsmerkmale von Weltbild – zum Beispiel die eigenen Buchsonderausgaben und attraktive Non-Media Sortimente – zukünftig stärker positioniert werden. In den kommenden Monaten plane man, das neue, kundenorientierte Ladenkonzept auszurollen.

 

Weiterführende Links:

Buchreport: Investor im Schatten

Augsburger Allgemeine: Mysteriöser Weltbild-Käufer: Ist es die “Buchhandlung Lesensart”?

 

Weltbild macht den Weg frei für eine gesicherte Zukunft, meint Weltbild-Geschäftsführer Patrick Hofmann. Foto: Weltbild

Weltbild Patrick Hofmann Ronny Waburek

 

 

 

 

Waburek