Leipziger Buchmesse erneut ein Besuchermagnet

Zur Leipziger Buchmesse und Leipzig liest strömten 251.000 Besucher (2014: 237.000), davon 186.000 Besucher (2014: 175.000) auf das Leipziger Messegelände. Sie feierten die Worte und Werke von 3.000 Mitwirkenden und 2.263 Ausstellern in 3.200 Veranstaltungen an 410 Leseorten. „Die Büchermacher aus 42 Ländern setzten in Leipzig ein Zeichen für Meinungsfreiheit sowie Weltoffenheit und begeisterten für Literatur“, erklärt Martin Buhl-Wagner, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Messe. „Die Leipziger Buchmesse hat sich erneut als Markt- und Festplatz sowie als Bühne politischer und kultureller Debatten erwiesen.“

Vier Tage lang erwies sich der Messeschwerpunkt als besonderer Besuchermagnet. Anlässlich von 50 Jahren deutsch-israelischer diplomatischer Beziehungen kamen insgesamt 40 Autoren beider Länder in 74 Veranstaltungen zu Wort. Der Messeschwerpunkt wurde von der Botschaft des Staates Israel in Berlin und dem Club Bertelsmann in Zusammenarbeit mit deutschen Verlagen und weiteren Partnern organisiert. Die Leipziger Buchmesse und die Stadt Leipzig unterstützten das Programm.

„Ich freue mich sehr, dass der Messeschwerpunkt ‚1965 bis 2015. Deutschland – Israel.‘ vom Publikum so gut aufgenommen wurde. Wir haben die wunderbare israelische Literatur, und somit auch die israelische Kultur, den Menschen hier ein Stück weit näher gebracht und neue Freunde gewonnen, die wir hoffentlich demnächst als Gäste in Israel begrüßen dürfen. Der kulturelle Austausch ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Beziehung zwischen Israel und Deutschland, und die Buchmesse hat dies erneut bewiesen“, erläutert Yakov Hadas-Handelsman, Botschafter des Staates Israel in Deutschland.

Zu Gast in Leipzig war zudem eine Delegation aus Litauen. Der Anlass: Zur Leipziger Buchmesse 2017 wird Litauen der Themenschwerpunkt der Bücherschau sein. Šarūnas Birutis, Kulturminister Litauen, S.E. Botschafter der Republik Litauen, Deividas Matulionis, und die Leipziger Buchmesse unterzeichneten am Wochenende einen entsprechenden Vertrag.

An 410 Orten präsentierte Europas größtes Lesefest „Leipzig liest“ vier Tage lang eine äußerst lebendige und vielseitige Literaturszene. In 3.200 Veranstaltungen zogen über 3.000 Mitwirkende ein begeistertes Publikum in den Bann. Erstmals öffnete das Forum „Die Unabhängigen“ – ein gemeinsames Projekt der Leipziger Buchmesse und der Kurt Wolff Stiftung. In 43 Lesungen präsentierten sich kleine unabhängige Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und sorgten für einzigartige Entdeckungen. Auf großes Interesse stieß auch die neue Themenreihe „Im Brennpunkt“, die gemeinsam vom Auswärtigen Amt, dem Literarischen Colloquium Berlin und der Leipziger Buchmesse kuratiert wird. Ein besonderes Ereignis konnten die Besucher am Messesamstag erleben. Zur blauen Stunde erklang der speziell für den Auftritt zusammengestellte Buchmessechor und präsentierte Musik aus Israel. „In Leipzig wird Literatur zum Gemeinschaftserlebnis“, so Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse. „Der Chor ist ein Sinnbild dafür.“

„Dieser Preis ist ein Gedicht“ titelte eine Tageszeitung nach der Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik an den Lyriker Jan Wagner für sein Werk „Regentonnenvariationen“. Erstmals in der Geschichte des Preises der Leipziger Buchmesse wurde der Preis für einen Lyrikband vergeben. Der Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch ging an Philipp Ther für sein Buch „Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa“. Mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Übersetzung zeichnete die siebenköpfige Jury Mirjam Pressler für die Übersetzung von Amos Oz jüngstem Buch „Judas“ aus.

93.000 Besucher (2014: 89.000) kamen zur Manga-Comic-Convention in Halle 1. Hier prägten fantasievolle und aufwendige Kostüme das Bild der Convention. Insgesamt 284 Aussteller und 450 Veranstaltungen erwarteten die Manga-, Comic- und Cosplayfreunde. Zeichner wie Chaco Abeno, Takeshi Obata oder Tatsuya Ihara und Mayu Sakai oder Vicki und Bob Scott lockten das Publikum ebenso wie Serban Cristescu und Miguel Díaz Vizoso in Scharen nach Leipzig. Erstmals öffnete ein eigener Gamesroom: Besucher konnten an 15 Konsolen die neuesten Spiele testen.

Während die Leser Autoren und Werke feierten, tauschten sich Minister, Lehrer, Pädagogen und Eltern über die Zukunft der Bildung aus. „Längst gehört die Leipziger Buchmesse zu den wichtigsten Bildungsmesse Deutschlands“, erklärt der Buchmessedirektor Oliver Zille. Neben dem Frühjahrstreffen des Deutschen Lehrertags stand das Fachprogramm Fokus Bildung mit 250 Veranstaltungen auf dem Programm. Im Rahmen der Leipziger Buchmesse 2015 fand zudem die Frühjahrssitzung der Kultus- und Wissenschaftsminister Deutschlands statt. Auszeichnungen wie der Leipziger Lesekompass und das Schulbuch des Jahres sorgten zusätzlich für Orientierung im Markt der Neuerscheinungen.

Die Leipziger Buchmesse 2016 findet vom 17. bis 20. März statt.

 

Weiterführende Links:

Frankfurter Rundschau: Kein „normales Land“

Die Zeit: 14 Szenen einer Messe

FAZ: Casanova reitet auf der Venuswelle

Die Welt: Leipziger Buchmesse zelebriert Antiamerikanismus

 

251.000 Besucher strömten zur Leipziger Buchmesse und Leipzig liest.. Foto: Leipziger Buchmesse

Leipziger Buchmesse, Ronny Waburek

Waburek